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Brüssel im Mai 2014

Wir sind alle sehr gespannt, was uns erwartet, denn so viel hört und liest man über die Hauptstadt Belgiens nicht, ausser was mit Politik zu tun hat und das ist für uns Kinder noch nicht sehr interessant.

Mit dem Auto geht es also los und nach etwa zweistündiger Fahrt kommen wir ganz entspannt bei unserem Designhotel an, welches am Rande des Zentrums zu finden ist und ein eigenes Parkhaus hat. Wir bekommen das Familienzimmer ganz oben unter dem Dach mit viel Platz, kuscheligen Kissen, einer Schlafcouch für mich und einem Babybett für Lilly. Und einem ganz tollen großen Badezimmer, sogar mit Badewanne, die goldene Füße hat. Der Empfangs- und Frühstücksraum ist bunt, es gibt ganz tolle Drehsessel und Bonbons und das Personal ist sehr kinderfreundlich.

Zu Fuß erkunden wir die Stadt, denn vom Hotel aus kann man alles gut erreichen, so dass wir die U-Bahn (es gibt mehrere Stationen in der Nähe) zunächst gar nicht brauchen. Wir schauen uns die Kathedrale an, eine der vielen Gotteshäuser, die diese Stadt hat. Drinnen darf ich eine Kerze anzünden, ganz leise muss man sein, die Fenster sind bunt und die Decken sind sehr hoch. Dann geht es weiter zum Mont des Arts, einem Hügel zwischen Ober- und Unterstadt, hier ist unter anderem der Justizpalast und wir halten Ausschau nach Räubern und Verbrechern. Ausserdem ist hier ein ganz toller Fahrstuhl, der beide Stadtteile verbindet und mit dem man kostenlos von ganz oben nach ganz unten und wieder zurück fahren kann. Papa hat Höhenangst, so dass wir das nur mit Mama machen, der Fahrstuhl ist nämlich gläsern, so dass man einen tollen Blick über die Stadt hat. Den hat Papa aber auch von der Mauer aus und hier stehen auch immer Eis- und Waffelwagen und vom vielen Fahrstuhl fahren ganz hungrig geworden, essen wir alle eine leckere klebrige zuckrige belgische Waffel. Das Essen hier ist überhaupt sehr lecker, es gibt an jeder Ecke einen Waffellladen, Eiscafes, Restaurants mit Pommes und Nudeln, ein Schlemmerparadies für Kinder (und Erwachsene). Abends wird nicht beim Belgier, sondern beim Franzosen gegessen, denn es gibt hier nicht nur belgische, sondern auch viele ausländische Restaurants. Zum Glück müssen wir keine Schnecken essen, sie haben sogar Nudeln und einen Kinderstuhl für Lilly gibt es auch!

Am nächsten Tag geht es mit der U-Bahn zum Atomium. Groß und silber glänzend, viele Kugeln fast im Himmel, ein toller Anblick! Man kann herumlaufen, draussen sitzen und Kaffee trinken oder ein Eis essen und wenn man möchte, eine Führung mitmachen. Wir machen ganz viele Fotos von unten und fahren dann weiter zum Mini-Europe, was noch viel toller ist! Hier gibt es am Anfang einen großen Spielplatz mit Karussell und kleinen Restaurants, wo wir uns erstmal austoben und was futtern können. Nach der Stärkung geht es rein in den Park. Ich erkenne einige Sachen wieder, von jedem Land ist ein typisches Gebäude in ganz klein zu sehen, man kann Hebel betätigen, Schiffe fahren lassen und zwischen all den Sehenswürdigkeiten herumlaufen.

Am nächsten Tag fahren wir zum Grand Place. Um den Platz herum gibt es viele Gebäude, die sehr alt aussehen, überall sind Leute und es gibt Kneipen und Restaurants mit Tischen draussen und drinnen. Wir setzen uns alle draussen hin, für die Erwachsenen gibt es das typische belgische Bier, man kann auch ein Tablett bestellen mit mehreren kleinen Gläsern verschiedener Sorten. Für uns gibt es Eis und Fanta. Danach laufen wir noch in den vielen kleinen Gäßchen herum, überall ist der Bär los, sehr viele Touristen tummeln sich überall, die ganzen Banker und Politiker sind wohl weiter ausserhalb. Wir schauen uns das pieselnde Männlein an, welches hier Manneken Pis genannt wird, fast fällt es nicht auf in einer kleinen Ecke, wäre da nicht die Traube von Touristen, die davor versammelt ist. Abends geht es in ein traditionelles belgisches Restaurant, die Erwachsenen essen so komisch aussehende Muscheln mit Pommes und wir bekommen wieder Nudeln und sind froh, dass wir nichts von den Großen mitessen müssen. Zum Nachtisch bringt uns der nette Kellner ganz viele Lutscher und Lilly lutscht und schleckt ganz begeistert ihren ersten Lolli und ist ganz klebrig.

Das Frühstück im Hotel ist total lecker, man kann sich in der kleinen Küche bedienen, es gibt leckere Croissants oder Pain au Chocolat, Kakao und auch Brot, Wurst, Käse, Eier, Marmelade,…Vollgefuttert fahren wir mit der U-Bahn erst zum Europaviertel, die Gebäude dort sehen viel jünger aus als die im Stadtzentrum, hier gibt es einen tollen Platz zum Rumflitzen und ganz viele Stufen zum Klettern und Herunterspringen. Dann geht es weiter zum naturwissenschaftlichen Museum. Hier gibt es die europaweit größte Ausstellung von Dinosauerierskeletten, die zum Teil 125 Mio. Jahre alt und 10 Meter lang und echt zum Fürchten sind. Im untersten Geschoss gibt es eine Ausstellung mit Tierbabies und dazu viele Dinge, die man ausprobieren kann, zum Beispiel einen kleinen Kletterpark, viele Geschicklichkeits- und Ratespiele und ausgestopfte Tierbabies. Ein Besuch in diesem Museum, auch wenn man nicht so auf Dinos steht, lohnt sich in jedem Fall! Danach geht es weiter zum Spielzeugmuseum und wir verbringen dort den restlichen Tag. Vier Etagen voller Spielzeug, alt und neu, und man darf mit allen Sachen spielen! Eine Küche mit Waschmaschine, Tischen und Tellern, ein Feuerwehrauto und ein Bus, Puppen, Teddies, eine Schule mit richtigen Kinderschreibtischen und einer Tafel, ein Kino, und noch so vieles mehr, man schafft in der kurzen Zeit gar nicht, alles auszuprobieren und wir würden am liebsten die ganze Nacht weiterspielen.

Am letzten Tag geht es nach dem Frühstück zum Flohmarkt am Place du Jeu de Balle im Viertel Les Marolles. Hier bieten die Leute Klamotten, Nippes, Gläser, Besteck, Bücher und Taschen für kleines Geld an und ich staube ein antikes Tim und Struppi Comicheft in Französisch und eine alte Puppe mit rosa Kleidchen und Porzellankopf und -händen ab. Auf dem Weg zum Auto kommen wir noch am Skaterpark vorbei und können uns kaum losreissen von den Kunststücken der Kinder und Jugendliche auf ihren Boards. Leider ist dann unsere Zeit auch schon vorbei und es geht wieder nach Hause. Ihr könnt Euch vorstellen, dass wir auf der Rückfahrt tief und fest schlafen und von den vielen schönen Dingen dieser Stadt träumen!